KinderBallsportSchule (KiBaSchu) des SV 03 Tübingen e.V.

ein zukunftsorientiertes Modellprojekt

Herausforderung:

Sport für Kinder soll nach den Grundsätzen des Deutschen Olympischen Sportbundes zur ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung beitragen, soll soziales Verhalten fördern, gesundheitlich präventiv wirken und die motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln. Sport und Spiel sollen Kindern ermöglichen, ihre Grenzen auszutesten, mit Regeln umzugehen und Fairness zu praktizieren.

Trotz dieser allgemein anerkannten Forderungen fällt es den Vereinen immer schwerer, genügend ehrenamtliche Übungsleiter zu finden, die einen breit gefächerten, qualitativ hochwertigen Übungsbetrieb realisieren können. Nicht nur Anzahl und Qualifikation der Übungsleiter, auch räumliche und finanzielle Engpässe sind begrenzende Faktoren bei der praktischen Umsetzung im Vereinsalltag.

Doch Klagen hilft nicht weiter. Der SV03 hat sich der Herausforderung offensiv gestellt.

BallsportSchule für Kinder

Der SV03 hat zum 01.04.2009 eine KinderBallsportSchule gegründet: eine neue Einrichtung des Vereins, die mit eigenem Programm und hauptamtlichen Betreuern für Kinder ab 6 Jahren eine dreijährige Grundlagen-Ausbildung im Ballsport anbieten soll.

Durch diese Form kann – auf der Basis einer sportwissenschaftlich fundierten Konzeption – eine entwicklungsgemäße und qualitativ anspruchvolle Spielausbildung der Kinder erreicht werden.

Hintergrund der KinderBallSportschule

Das Spiel mit dem Ball fasziniert seit Jahrhunderten die Menschen in allen Kulturen – sei es als Spiel in Gruppen oder im Wettstreit eins gegen eins. Ballspiele gehören zu den ältesten Kulturgütern der Menschheit und heute auf allen Kontinenten zu den beliebtesten Sportarten.

Es ist die Einfachheit und Beweglichkeit des Balles, die gerade für Kinder eine hohe Faszination besitzt. Ob man den Ball wirft, schießt, schlägt, fängt oder rollt, immer spielen Wahrnehmung, Körperbeherrschung und Geschicklichkeit eine wichtige Rolle. Dabei geht es auch um das Erleben von Erfolg und den Umgang mit Misserfolgen und um den Aufbau von Willensstärke. Im Mannschafts-Spiel lernen Kinder die Regeln des sozialen Zusammenwirkens, erfahren Gemeinschaftsgefühl und können Team-Geist entwickeln.

Dem Spielen kommt für die kindliche Entwicklung zentrale Bedeutung zu. Nicht nur als Lernfeld. Spielen ist für Kinder auch ‚erfüllte Gegenwart’ und Spielfreude ist ein Ausdruck von Lebensfreude.

Zielsetzung

Auf dem dargestellten Hintergrund bekommt die KinderBallSportSchule des SV 03 Tübingen ihr besonderes Profil.

Lebensfreude
Spielfreude
Persönlichkeitsstärkung
Nachwuchsförderung

In dieser Linie wollen wir

Freude am Spiel mit dem Ball vermitteln
eine positive Lernatmosphäre durch eine Vielfalt von Bewegungsaktivitäten, Situationen und Ballmaterialien schaffen
ein breites Bewegungsrepertoire aufbauen und intensive Erlebnisse vermitteln
Erfahrungssituationen des Miteinander und Gegeneinander herstellen
zum Fair Play erziehen

wir wollen

Kreativität herausfordern und unterstützen
Erfolgszuversicht vermitteln und stärken
den Aufbau eines positiv-realistischen Selbstkonzepts befördern

und wir wollen damit auch

‚neue’ Eltern und Kinder ansprechen und gewinnen
Kinder an den Sport binden und Nachwuchsförderung betreiben
Talente in den Ballsportarten erkennen und behutsam fördern
die Spielfähigkeit von Kindern entwickeln

Neben den kleinen Spielen mit dem Ball und den klassischen Ballsportarten Fußball, Handball, Basketball, Volleyball, Hockey, Tischtennis, Tennis oder Golf sind weitere, auch weniger bekannte Ballsportarten vorgesehen: so z.B. Unihockey (Floorball), Indoor-Soccer, Minigolf, Futsal (Fußballtennis), Baseball/Softball.

Und nicht zuletzt sollen auch Spiele und Spielformen aus „fremden“ Ländern und Kulturen einbezogen werden.

Die methodische Vorgehensweise sieht eine sportspielübergreifende Vermittlung vor, die von Beginn an eine Vernetzung der verschiedenen Ballsportspiele anstrebt und in einer Kombination aus fähigkeits- und musterorientierten Bewegungsaufgaben entfaltet wird. Sie erfolgt in den beiden ersten Phasen in gezielter Variation von Ballsportspielen und in der dritten Phase in Form einer längeren Grundausbildung in den verschiedenen Ballsportarten.

Aufbau der Spielausbildung

Das dreijährige Programm gliedert sich in 3 Phasen von je einem Jahr.

1. Elementarphase (1. Jahr)

Die Elementarphase sieht ein vielseitiges Bewegungsangebot vor, um das Ziel einer optimalen Entwicklungsförderung in möglichst umfassender Weise zu realisieren. Es ist das erklärte Ziel, vornehmlich Ballspiele und Ballsportarten in all ihren Ausprägungen und unterschiedlichen Situationen ohne vornehmliche Wettkampforientierung kennen zu lernen.

Im Vordergrund des Angebots stehen die Freude am Spiel mit dem Ball und die Ausbildung koordinativer Fähigkeiten für einen differenziert ausgebildeten Erfahrungsschatz mit einem Reichtum an Bewegungs- und Wahrnehmungsmustern.

Vorgesehen sind zwei Unterrichtseinheiten zu je 45-60 Minuten pro Woche.

2. Aufbauphase (2. Jahr)

Hier sollen die Kinder neben dem Kennenlernen der verschiedenen Ballsportarten zugleich auch eine allgemeine sportliche Grundausbildung erhalten. Technische Bewegungsabläufe, spezielle Koordination und Kondition stehen hier im Mittelpunkt. Die taktische Dimension aller ballsportlichen Handlungen fließt von Anfang an mit in das Ausbildungsprogramm ein.

Vorgesehen sind zwei Unterrichtseinheiten zu je 60 Minuten pro Woche.

3. Orientierungsphase (3. Jahr)

Zeitliche begrenzte Teilnahme an den Übungsstunden in verschiedenen Ballsportabteilungen /Ballsportvereinen.

Die Kinder nehmen einmal wöchentlich (60-90 Min.) am Programm der Ballsportschule teil und haben darüber hinaus Gelegenheit, in einem begrenzten Zeitraum die verschiedenen Ballsportarten in den Abteilungen kennen zu lernen. Neben den vereinseigenen Abteilungen werden auch andere Vereine mit ihren jeweils spezifischen Ballsportarten (z.B. Golf, Hockey) hinzugezogen.

Leitung

Der Leiter der BallsportSchule ist hauptamtlich tätig und verfügt über ein abgeschlossenes sportwissenschaftliches Studium. Er ist dafür verantwortlich, dass das Angebot fortlaufend evaluiert und dem neuesten Erkenntnisstand angepasst wird.

wissenschaftliche Betreuung

Die wissenschaftliche Betreuung erfolgt durch das Institut für Sportwissenschaft der Universität Tübingen.

ein Modellprojekt

seit April 2009 Kooperation mit dem Wildermuth-Gymnasium